Über Wissenschaft, (Pseudo-)Medizin, Aufklärung, Humanismus und den Irrsinn des Alltags

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Die Causa Spahn und ihre Fehlwahrnehmung

Im Grunde habe ich mich nicht bemüßigt gefühlt, zur sogenannten „Leihmutterschaftsaffäre“ um Jens Spahn irgendetwas zu sagen. Nun tue ich es hier trotzdem. Warum? Weil die öffentliche Debatte den Kern systematisch verfehlt. Und weil Spahns eigener Umgang mit der Situation — sein Rücktritt, seine Erklärung, seine Vernebelung — selbst Teil davon ist.… Weiterlesen ...

Zur Schufa – ganz generell und ganz persönlich

Warum das Geo‑Scoring der Schufa die Realität verfehlt

Altes Krayer Rathaus,
Ausdruck einer wohlhabenden Arbeitergemeinde der 1930er Jahre.
Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license
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Die Schufa ist derzeit mal wieder in aller Munde. Trifft es zu, was unter anderem der NDR ermittelt haben will, dann führt die Schufa eine Schattendatenbank mit der gesamten Historie früherer Einträge.… Weiterlesen ...

Publizistische Verantwortung und die Grenzen der Dramaturgie

Ich habe mein SPIEGEL‑Abo gekündigt. Nicht aus Affekt, sondern aus der nüchternen Beobachtung einer publizistischen Verschiebung, einem zunehmenden Verlust analytischer Fähigkeit und der Wandlung von der Analyse zum Narrativ. Einige Beispiele dafür finden sich auf diesem Blog. Und schon der erste Blick in die frei zugängliche SPON‑Ausgabe am nächsten Morgen genügte, um mich in dieser Entscheidung zu bestätigen.… Weiterlesen ...

Misstrauen als Politik – Die Krankschreibung ab Tag eins

Der Beschluss der Koalition, Krankschreibungen verpflichtend bereits ab dem ersten Krankheitstag vorlegen zu müssen, stößt – offenbar zum Erstaunen der Regierungsmannschaft – auf massive Kritik von buchstäblich allen Seiten. Das verwundert nicht. Denn vom sachlichen Gehalt der Kritik abgesehen ist die Maßnahme Symptom eines tieferen Problems: eines Misstrauensparadigmas gegenüber der Arbeitnehmerschaft und eines Bruchs der demokratischen Moderationsrolle, die Politik gegenüber asymmetrischen Machtverhältnissen in der Arbeitswelt ausüben muss.Weiterlesen ...

Wenn Politik übergriffig wird

Screenshot: Ärzteblatt, 22.06.2026

Es gibt politische Vorstöße, die weniger durch ihren Inhalt irritieren als durch die Haltung, aus der sie hervorgehen. Der jüngste Vorschlag von SPD‑Generalsekretär Tim Klüssendorf, die berufsständischen Versorgungswerke in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen, gehört genau in diese Kategorie.

Was hier sichtbar wird, ist eine bemerkenswerte Mischung aus Blindheit gegenüber institutionellen Realitäten und Überheblichkeit gegenüber gewachsenen Strukturen, die man offenbar für politisch frei disponibel hält.… Weiterlesen ...

Miniatur: Die Verheißung des großen Geldes

euro banknotes display in fan arrangement
Photo by Christina & Peter on Pexels.com

Es gibt Sätze, die verraten mehr über eine Institution als jedes Leitbild.
„16 Millionen im Jackpot! Erfülle dir den Traum vom großen Geld!“ ist so einer.

Er stammt nicht von einem Online‑Casino, nicht von einem Sportwettenanbieter, nicht aus der Welt der blinkenden Banner und der algorithmisch optimierten Gier.… Weiterlesen ...

Die Generationenlüge – Zur politischen Funktion eines Ersatzkonflikts

Es gibt Texte, die einen nicht nur irritieren, sondern sprachlos machen – und zwar nicht wegen ihrer Argumentation, sondern wegen der publizistischen Setzung, die sie darstellen. Der jüngste SPIEGEL‑Leitartikel zur angeblichen „Tyrannei der Alten“ (SPIEGEL 26/2026 und SPIEGEL online, Link frei lesbar) gehört in diese Kategorie. Redaktionell illustriert mit einem Foto wohlhabender Senioren im Sonnenurlaub und einer Bildunterschrift von der „bestversorgten Rentnergeneration aller Zeiten“, behauptet er eine gesellschaftliche Realität, die mit dem Leben der meisten Rentnerinnen und Rentner in Deutschland kaum etwas zu tun hat.… Weiterlesen ...

Kein Geld bei der Bahn

Screenshot: Spiegel online, 14.06.2026

Das „Milliardengrab“ Stuttgart 21 ist in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück dafür, wie Großprojekte scheitern können, ohne jemals offiziell als gescheitert zu gelten. Gerade erst hat Bahnchefin Evelyn Palla die vorsichtig avisierte Inbetriebnahme Ende 2026 wieder gecancelt – und, was wunder, hat sich der Finanzierungsbedarf nochmals erhöht.

Man muss dabei zwei Ebenen unterscheiden:

Die infrastrukturelle Ebene:
Die Bahn hatte ursprünglich durchaus rationale Interessen: die Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart, die Anbindung an die Neubaustrecke Richtung Ulm, die Beseitigung betrieblicher Engpässe.… Weiterlesen ...

Ökonomie ist kein Waschmaschinen-Programm

Ein Essay über Zölle, Selbstzufriedenheit und die Illusion der einfachen Antworten

Screenshot: SPIEGEL online, 21.05.2025

Es gehört zu den Ritualen der deutschen Öffentlichkeit, dass ökonomische Entwicklungen gern in die Dramaturgie eines Katastrophenfilms gegossen werden. Selbst der SPIEGEL beherrscht dieses Genre inzwischen virtuos. „Trumps Zölle drücken den deutschen Exportüberschuss um ein Drittel“, heißt es dann, und schon steht das Bild einer bedrohten Volkswirtschaft im Raum, die unter dem Druck amerikanischer Willkür ächzt.… Weiterlesen ...

Austerität als deutscher Reflex

oder: Die Schulkantine als Volkswirtschaftsmodell

Screenshot: SPIEGEL online, 20.05.2025

Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob wir in Deutschland eigentlich aus irgendetwas lernen. Aus Krisen, aus Fehlsteuerungen, aus historischen Erfahrungen. Oder ob wir – wie ein Uhrwerk – immer wieder in dieselben Muster zurückfallen.

Ich habe das einmal im Kleinen erlebt.… Weiterlesen ...

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