Über Wissenschaft, (Pseudo-)Medizin, Aufklärung, Humanismus und den Irrsinn des Alltags

Kategorie: Sprache und Gesellschaft Seite 1 von 2

Kabinettsumbau und Selbstwahrnehmung

Ein politisches Signal mit riskanter Tiefenstruktur

Der heute bekannt gewordene Kabinettsumbau der Bundesregierung wirkt weniger wie eine administrative Neuordnung, sondern wie ein politisches Statement. Friedrich Merz hätte die Möglichkeit gehabt, die Regierung in einer Phase hoher gesellschaftlicher Anspannung zu stabilisieren und hinsichtlich der von ihm selbst vehement beklagten „Stimmung in der Bevölkerung“ zu deeskalieren.… Weiterlesen ...

Publizistische Verantwortung und die Grenzen der Dramaturgie

Ich habe mein SPIEGEL‑Abo gekündigt. Nicht aus Affekt, sondern aus der nüchternen Beobachtung einer publizistischen Verschiebung, einem zunehmenden Verlust analytischer Fähigkeit und der Wandlung von der Analyse zum Narrativ. Einige Beispiele dafür finden sich auf diesem Blog. Und schon der erste Blick in die frei zugängliche SPON‑Ausgabe am nächsten Morgen genügte, um mich in dieser Entscheidung zu bestätigen.… Weiterlesen ...

Wie Semantik zum Politikinhalt wird

Einmal mehr mischt sich in meine analytische Arbeit ein Grundton von Verzweiflung. Nicht, weil die Lage völlig hoffnungslos wäre, sondern weil die politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger in einem Hamsterrad aus Routinen, Reflexen und semantischen Selbsttäuschungen gefangen sind, das längst gefährliche Drehzahlen erreicht hat. Und sie merken es nicht.

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Photo by Luis Quintero on Pexels.com
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„Vom Zweifel zur Haltung“ – ein Buch, das eigentlich hier begonnen hat

Klick auf das Bild führt zur Verlagsseite

Mein Buch „Vom Zweifel zur Haltung – Eine Reise durch die Geschichte der Erkenntnis“ ist am 16.05.2025 offiziell erschienen, und in den nächsten Tagen wird es im Buchhandel ankommen. Es fühlt sich seltsam an, das hier zu schreiben – „Werbung“ ist nicht mein Vokabular.… Weiterlesen ...

Wie man Gesetze macht – oder auch nicht

Ein Essay über die Erosion staatlicher Gesetzgebungskompetenz

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Gesetze entstehen nicht aus politischer Stimmung, nicht aus Koalitionsarithmetik und nicht aus medialen Erregungskurven. Sie entstehen aus einem Handwerk, das früher selbstverständlich war und heute kaum noch existiert: der Kunst, komplexe Wirklichkeit in klare, vollziehbare Regeln zu übersetzen.… Weiterlesen ...

Homöopathie – Zeitlos

In der ZEIT kann man Kritik am Vorschlag der GKV-Finanzierungskommission lesen. Die Gesundheitsredakteurin Carla Neuhaus argumentiert unter der Überschrift „Lasst ihnen doch die Kügelchen!“, es brauche „Wettbewerb unter den Kassen“ – und der sei nun einmal nur über freiwillige Zusatzleistungen möglich.
Dass eine Gesundheitsredakteurin so einen alten Quark aufwärmt, ist erschütternd.… Weiterlesen ...

Eine kleine Skizze zu Meinungsfreiheit

Der vorherige Beitrag zum Thema NIUS / Daniel Günther ruft ein wenig nach einer Einordnung des Meinungsfreiheitsbegriffs, mit dem dort jongliert wird. Keine abschließende Analyse, nur ein paar Talking Points.

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Grenzen der Meinungsfreiheit sind dem deutschen Verfassungsrecht nicht fremd, sondern konstitutiv.

Artikel 5 GG ist kein Free-Speech-Absolutismus, sondern Teil einer geordneten Freiheitsarchitektur.… Weiterlesen ...

Zentrum für politische Vernebelung: Wie Desinformation Anschluss findet

Man kann Daniel Günther mögen oder ablehnen, seinen Vorschlag zur Social-Media-Nutzung unter 16 kritisch sehen oder begrüßen – das ist eine normale, demokratische Kontroverse. Was in den vergangenen Tagen um seinen Auftritt bei Markus Lanz geschah, ist jedoch von anderer Qualität. Es geht nicht um Streit in der Sache, sondern um eine Methode: Aus einer Aussage wird durch selektive Montage und suggestives Framing ein Vorwurf gebaut, der im politischen Raum dann als „Beleg“ zirkuliert.… Weiterlesen ...

Das Erlebnis, das keines ist

Neulich landete eine Werbemail von Uber Eats in meinem Postfach. Ich nutze den Dienst nicht, aber der Satz, mit dem man mich ködern wollte, war bemerkenswert:
„Ein Preisnachlass von 10 Euro macht Essen zu einem aufregenden Erlebnis.“

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Man muss diesen Satz zweimal lesen, um seine ganze Absurdität zu würdigen.… Weiterlesen ...

Zum neuen Jahr: „Wegen dem guten Vorsatz“

Es gibt Traditionen, die man pflegt, und solche, die man irgendwann aufgibt.
Der SPIEGEL hat sich offenbar entschieden, das neue Jahr mit einem kleinen sprachlichen Befreiungsschlag zu beginnen. Gleich im ersten Artikel des Jahres liest man dort:
„… vor allem wegen gefährlichen Aktionen mit Böllern und Raketen.“

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