Science and Sense – Endruscheit bloggt

Über Wissenschaft, (Pseudo-)Medizin, Aufklärung, Humanismus und den Irrsinn des Alltags

Ein Neuanfang – und eine Fortsetzung

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Der skeptische Katta begleitet mich vom ersten Tag dieses Blogs an und mahnt stets zu konstruktiven Skeptizismus
(Eigenes Bild)

Nach dem Umzug zu diesem neuen Ort, der mich weniger technische Nerven gekostet hat als erwartet, ist dieser Blog nun wieder da – auf eigenen Beinen, auf eigener eindeutiger Adresse und mit dem ersten Beitrag im neuen Obdach.… Weiterlesen ...

Was die Fälle Spahn und Amthor wirklich zeigen

Der Begriff Dekadenz ist in der politischen Sprache beschädigt. Guido Westerwelle hat ihn einst in einer Weise verwendet, die ihn moralisch kontaminiert hat. Gerade deshalb hüte ich mich davor, ihn leichtfertig zu benutzen. Und doch drängt er sich in diesen Tagen auf – nicht als Vorwurf, sondern als analytische Kategorie. Denn die Fälle Jens Spahn und Philipp Amthor zeigen eine Struktur, die man mit diesem Begriff präzise beschreiben kann: den Verlust der Fähigkeit, die eigene Position im Verhältnis zur Gesellschaft realistisch wahrzunehmen.… Weiterlesen ...

Zehn Jahre Blog – ein kurzer Blick zurück

Am 22. September 2016 erschien der erste Artikel auf diesem Blog. Zehn Jahre später ist es ein merkwürdiges Gefühl, diese Zahl zu lesen – nicht wegen der Zeitspanne, sondern wegen der Linie, die sich daraus ergibt. Man beginnt einen Blog nie mit dem Gedanken an ein Jahrzehnt. Man beginnt ihn, weil ein Thema drängt, weil eine Frage offen ist, weil ein Impuls hinaus will.… Weiterlesen ...

Sparer vs. Anleger – eine Systematik

Cybertrading und die große Verwechslung: Warum Warnhinweise nicht schützen – und die meisten „Privatanleger“ eigentlich Sparer sind

hand holding smartphone with cryptocurrency chart
Photo by Jakub Zerdzicki on Pexels.com

Der SPIEGEL warnt mal wieder vor Cybertrading, in einer großen Themenstrecke. Wieder gibt es Tipps, wie man Betrüger erkennt. Wieder wird erklärt, wie die Masche funktioniert. Diesmal sogar mit der Autorität eines Staatsanwalts.… Weiterlesen ...

Psychologie und ihre innere Folklore

Es gehört zu den ältesten Versprechen der Psychologie, das Leben erträglicher und erkennbarer zu machen. Orientierung statt Verwirrung, Struktur statt Überwucherung, Klarheit statt Selbstverwickelung. In jüngerer Zeit aber scheint sich ein gegenteiliger Trend durchzusetzen: Die Psychologie wird zur Lieferantin immer neuer innerer Figuren, Stimmen und Rollen. Nach dem „inneren Kind“ nun also die „innere Oma“ – eine warmherzige Zukunftsprojektion, die uns angeblich zu besseren Entscheidungen verhelfen soll.… Weiterlesen ...

Lebensleistung oder Beitragsstabilität?

Es gibt eine Grundsatzentscheidung, die ein Solidarsystem treffen muss: Will es anerkennen, dass eine lange, durchgehende Erwerbsbiografie – ob 44, 45 oder 46 Jahre – eine vollendete Lebensleistung darstellt? Diese Frage ist verhandelbar in der Zahl, aber nicht im Prinzip. Und ein Solidarsystem, das diesen Grundsatz nicht aushält, hat ein strukturelles Problem.… Weiterlesen ...

Sachsen‑Anhalt: Ein schönes Land im soziologischen Spannungsfeld

Es gehört zu den hartnäckigsten politischen Erzählungen der letzten Zeit, dass Sachsen‑Anhalt „abgehängt“ sei: übersehen, vergessen, materiell benachteiligt. Ein Land, das angeblich aus wirtschaftlicher Not heraus politisch nach rechts driftet. Doch diese Diagnose hält einer nüchternen Prüfung nicht stand. Die Fakten zeigen ein anderes Bild – und sie zeigen, dass die aktuellen Erfolge der AfD nicht aus Armut und materiellem Prekariat entstanden sind, sondern aus einem jahrzehntelang gewachsenen sozialen Spannungsfeld, das mit ökonomischen Kategorien kaum zu fassen ist.… Weiterlesen ...

Das Wunder von Wolfsburg – oder die Kunst, eine Krise wegzuerzählen

Ein Kommentar

Screenshot: FAZ Meinungsnewsletter, 04.09.2025

Manchmal entfernt sich die publizistische Wirklichkeit von der ökonomischen Realität so weit, dass man sich fragt, ob beide überhaupt noch denselben Gegenstand betrachten. Die jüngsten FAZ‑Texte über Volkswagen gehören in diese Kategorie. Schon gestern wurde der Konzern in einem Kommentar als Musterbeispiel dafür präsentiert, wie Deutschland sich „zum Wandel aufraffen“ könne – eine bemerkenswerte Überhöhung, die den nüchternen Befund der Lage weit hinter sich ließ.… Weiterlesen ...

Produktivität, Verteilung und das große Tabu

Es gab einmal eine Zeit, in der es völlig unstrittig war, dass die Beschäftigten real am Produktivitätsfortschritt beteiligt werden müssen. Das war kein moralischer Anspruch, sondern ein ökonomisches Grundgesetz: Produktivität steigt → Reallöhne steigen → Sozialstaat stabil → Binnenwirtschaft stark.

hand grabbing euro bills on desk overflowing with documents
Photo by Jakub Zerdzicki on Pexels.com

Diese Logik war die Grundlage des deutschen Nachkriegsmodells.… Weiterlesen ...

YouTube und die neue Zumutungsökonomie

Wie eine Plattform ihre eigene Grundlage zerstört

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YouTube war über viele Jahre ein globaler Wissensraum: ein Ort für Aufklärung, Wissenschaftskommunikation, seriöse Creator, niederschwellige Bildung und verlässliche Unterhaltung. Doch seit einigen Wochen hat die Plattform eine Schwelle überschritten, die nicht mehr als „mehr Werbung“ beschrieben werden kann.… Weiterlesen ...

Eine Geschichte von Gravitation und Verlust

Ein Essay zur Wirtschaftsgeschichte von der Nachkriegszeit bis heute

Darstellung eines masse­austauschenden Doppelsternsystems (Roche‑Lobe‑Overflow). Die Materie des aufgeblähten Sterns strömt über den inneren Lagrange‑Punkt in Richtung des kompakteren Partners und bildet eine leuchtende Akkretionsscheibe. Ein physikalisches Gleichnis für die gegenwärtige ökonomische Konstellation: Der Finanzmarkt saugt die Substanz der staatlichen Wirtschaftspolitik an, bis deren eigene Gravitation zu schwach wird, um den Energiefluss zu steuern.
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