Über Wissenschaft, (Pseudo-)Medizin, Aufklärung, Humanismus und den Irrsinn des Alltags

Kategorie: Alltag & Systeme Seite 4 von 9

Drei Szenen aus der Republik

Prolog: Drei Szenen, ein Impuls

Ein kurzer Blick in die morgendliche Nachrichtenlage genügt – und schon drängen sich Anlässe für eine ganze Handvoll Kommentare auf. Was sich da zeigt, ist kein Zufall, sondern ein Muster: semantische Verantwortungslosigkeit, publizistisches Versagen, juristische Selbstverkennung.

Aus ökonomischen Gründen – und im Sinne einer kleinen Gesamtschau – sei das heutige Material in klassischer Form präsentiert: als Tryptichon.… Weiterlesen ...

Die elektronische Patientenakte, Teil II: Der Kollaps der Konnektoren

Wie die Gematik die Digitalisierung zur Zwangsmaßnahme machte

person holding clear glass container
Photo by cottonbro studio on Pexels.com

Es hat eine gewisse, traurige Ironie:
Vor kaum zwei Monaten schrieb ich über die elektronische Patientenakte als digitales Fossil zwischen Regulierungswut und App-Illusion – und nun steht das Herzstück der gesamten Telematik-Infrastruktur still.
Nicht wegen Hackerangriffen, nicht wegen Stromausfall, sondern wegen abgelaufener Zertifikate.… Weiterlesen ...

Sprachliche Hierarchiebildung im Alltag – Wenn der Ton die Beziehung verrät

Sprachliche Hierarchien (Microsoft Copilot)

In vielen alltäglichen Kommunikationssituationen zeigt sich zunehmend ein Muster, das selten bewusst reflektiert wird: sprachliche Hierarchiebildung dort, wo Augenhöhe angebracht wäre. Ob bei der Hausverwaltung, im Kundenservice oder in digitalen Plattformen – der Ton ist oft nicht partnerschaftlich, sondern latent belehrend. Und genau dieser Ton entscheidet darüber, ob Menschen sich gehört fühlen oder verstummen.… Weiterlesen ...

Immersiver Wahnsinn

Ich hatte ja schon mal über die Gamification des so lange als coolem Arbeitswerkzeug geschätzten Opera-Browsers geschrieben.
Jetzt wollen sie mich mit dem neuen Update offenbar in den Wahnsinn treiben.

I rest my case …


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„Raider heißt jetzt Twix“ – Wenn Sozialpolitik zur Süßigkeit erklärt wird

KI-generated by WordPress / Automattic

Über die hohen Kosten für den Sozialstaat wird geklagt, doch statt harter Sparmaßnahmen werden weitere Wohltaten wie die Ausdehnung der Mütterrente beschlossen oder neue Etiketten verteilt, wie im Fall des Bürgergeldes, das nun Grundsicherung genannt wird, aber seine verführerische Süße nicht verliert. Raider heißt jetzt Twix.

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Wenn PR die Sprache verbiegt

Screenshot aus Spiegel online, 03.11.2025

Man muss schon frühmorgens einigermaßen resilient sein, wenn man noch vor dem ersten Kaffee auf ein solches Kleinod moderner Kommunikationskunst stößt.
Da erscheint eine Anzeige von Instagram, die – so steht es dort ausdrücklich – politische Werbung ist.
Der Claim lautet:

„Instagram unterstützt ein EU-weites digitales Mindestalter, das die Zustimmung der Eltern erfordert.“

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Die situative Vergeblichkeit des Denkens

Zerbröckelnder Diskurs (Microsoft Copilot)

Es gibt Situationen, in denen kritisches Denken nicht scheitert – sondern schlicht keine Chance hat. Wo Logik auf Lautstärke trifft, Differenzierung auf Dauerempörung.

Fünf Minuten auf X beim Morgenkaffee genügen, um das zu erleben: eine Kakophonie aus moralischer Empörung, Zahlenspielerei und rhetorischer Pose.

Vielleicht liegt darin eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit: zu erkennen, wann Denken noch sinnvoll ist – und wann es schlicht vergeblich bleibt.… Weiterlesen ...

Die blinden Flecken des Billigkonsums

I. Die Ökonomie des sinnlosen Kaufens

Man muss kein Kulturpessimist sein, um festzustellen: Ein großer Teil unseres heutigen Konsums ist kein Ausdruck von Bedarf, sondern Ergebnis einer perfekt orchestrierten Verführung.

Über Social-Media-Plattformen, Reels und App-Benachrichtigungen erreicht uns eine Flut von Angeboten, die weniger auf Qualität als auf Reflexe zielt: Sieben Shirts für 22 Euro, nur heute 80 Prozent Rabatt, kostenloser Versand, ständige Geschenke-Offerten – und alles mit einem Wisch erreichbar.… Weiterlesen ...

Framing statt Fakten – ein Nachtrag

Warum das Politbarometer rhetorische Nebel misst – und der Journalismus zu spät aufwacht


„Nachgeschärft“ wurde hier gar nichts

Sonntagmorgen. Zeit für Klarheit. Und für eine Nachschärfung – um die Begrifflichkeit des SPIEGEL zu verwenden. Denn was sich in den letzten Tagen rund um Friedrich Merz’ „Stadtbild“-Aussage und das ZDF-Politbarometer abgespielt hat, ist ein Paradebeispiel für das, was ich bereits in meinem letzten Beitrag kritisiert habe: die rhetorische Selbstverstärkung zwischen Politik, Umfrage und publizistischer Begleitmusik.… Weiterlesen ...

Framing statt Fakten

Wie Journalismus zur Echokammer politischer Rhetorik wird

Bild von Manfred Steger auf Pixabay

1. Ein Land im rhetorischen Ausnahmezustand

Muss man sich eigentlich jeden Tag aufregen? Manchmal scheint es so. Nicht nur über politische Rhetorik, sondern zunehmend auch über den Journalismus, der sie begleitet – oder besser: der sie verstärkt.… Weiterlesen ...

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