Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt. Für zwei Monate. Kostenpunkt: rund 1,6 Milliarden Euro.

Die RWTH Aachen hat nun ausgerechnet, was dabei herauskommt:
Die einkommensstärksten zehn Prozent sparen 21,64 Euro, die einkommensschwächsten 6,48 Euro.
Das ist nicht überraschend.
Das ist Mathematik Sekundarstufe I.
Denn der Kraftstoffverbrauch ist eine der am besten dokumentierten Größen dieses Landes. Er wird jährlich, monatlich, wöchentlich und nach Fahrzeugklassen erfasst. Man hätte die Entlastung also vorab berechnen können – und zwar ohne Simulation, ohne Modell, ohne Rechenzentrum. Ein Taschenrechner hätte gereicht.
Aber nein.
Man beschließt lieber eine Maßnahme, deren Wirkung man erst hinterher „überprüft“.
Und tut dann überrascht, wenn die Entlastung pro Haushalt im Bereich von einmal Döner oder Pizza für die Family liegt. Wenn überhaupt. Rechtfertigt das die kumulierte Belastung des Bundeshaushaltes mit 1,6 Mrd. Euro?
Zudem: Direktentlastungen wären zielgenauer. Ein Mobilitätsgeld etwa. Oder das Klimageld, das seit Jahren angekündigt ist, aber angeblich an fehlenden Datenbeständen scheitert.
Das ist die eigentliche Pointe:
Für präzise Direktzahlungen fehlen die Daten – für ineffiziente Milliardenmaßnahmen der Überblick.
Deutschland ist eben ein Land, in dem die Digitalisierung so weit fortgeschritten ist, dass man alles kann.
Außer auszahlen.
Oder rechnen.
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