Der SPIEGEL‑Artikel zur GKV‑Reform vom 16.04.2026 ist ein Beispiel dafür, wie politischer Journalismus heute häufig funktioniert – und warum das problematisch ist. Es geht nicht um einzelne Autorinnen oder Autoren, und schon gar nicht um politische Absichten. Es geht um ein journalistisches Muster, das sich in den letzten Jahren verstärkt hat: Politische Kommunikation wird zur journalistischen Erzählung, ohne analytische Gegenprüfung.… Weiterlesen ...
Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel gesenkt. Für zwei Monate. Kostenpunkt: rund 1,6 Milliarden Euro.

Die RWTH Aachen hat nun ausgerechnet, was dabei herauskommt:
Die einkommensstärksten zehn Prozent sparen 21,64 Euro, die einkommensschwächsten 6,48 Euro.
Das ist nicht überraschend.
Das ist Mathematik Sekundarstufe I.… Weiterlesen ...
Erwerbstätigkeit ist kein Willens-, sondern ein Strukturproblem
Die Forderung, Frauen müssten „mehr in die Erwerbstätigkeit“, gehört inzwischen zum politischen Standardrepertoire. Sie klingt modern, pragmatisch, fast schon alternativlos.
Doch ein Blick in die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigt:
Das Problem liegt nicht bei den Frauen. Das Problem liegt im System.

Die Grafik aus dem Mikrozensus 2023 macht das mit einer fast entwaffnenden Klarheit sichtbar:
- Für die große Mehrheit von Frauen wie Männern ist eigene Erwerbstätigkeit die zentrale Lebensgrundlage.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich einmal zu einem gestrandeten Wal äußern würde. Nicht, weil mir Tiere gleichgültig wären – im Gegenteil –, sondern weil ein solches Naturereignis normalerweise keiner öffentlichen Kommentierung bedarf. Doch die Reaktionen auf den verirrten Buckelwal in der Ostsee haben eine Dynamik angenommen, die weit über das Ereignis selbst hinausgeht.… Weiterlesen ...
In der ZEIT kann man Kritik am Vorschlag der GKV-Finanzierungskommission lesen. Die Gesundheitsredakteurin Carla Neuhaus argumentiert unter der Überschrift „Lasst ihnen doch die Kügelchen!“, es brauche „Wettbewerb unter den Kassen“ – und der sei nun einmal nur über freiwillige Zusatzleistungen möglich.
Dass eine Gesundheitsredakteurin so einen alten Quark aufwärmt, ist erschütternd.… Weiterlesen ...
Manchmal weiß man schon beim Lesen eines Teasers, wohin die Reise geht. Und manchmal liegt man damit leider genau richtig.

Das OLG Hamm hat entschieden, dass DHL in seinen AGB eine Ersatzzustellung beim Nachbarn vorsehen darf. So weit, so unspektakulär.
Doch nahezu die gesamte Berichterstattung macht daraus:
… Weiterlesen ...„Gericht billigt Abgabe beim Nachbarn.“
Ein aktueller Beitrag von Hermann‑Josef Tenhagen (den ich schätze) bei SPIEGEL online schiebt die Debatte um das Ehegattensplitting in eine Richtung, die längst nicht mehr steuerpolitisch, sondern gesellschaftsnormativ ist.

Dabei hatte Vizekanzler Lars Klingbeil die Richtung schon vorgegeben. Seine faktische Forderung, die Vollzeitbeschäftigung beider Partner müsse zur gesellschaftlichen Norm werden, war bereits ein bemerkenswerter Eingriff in die Freiheit individueller Lebensentwürfe.… Weiterlesen ...

Manchmal stolpert man über einen Vorschlag, der so atemberaubend neben der Sache steht, dass man sich fragt, ob man sich verlesen hat. Ein Gesundheitsökonom fordert ernsthaft eine „Kontaktgebühr“ von 15 Euro pro Arztbesuch – und präsentiert das mit der Selbstgewissheit eines Naturgesetzes. Nicht als politische Meinung, nicht als ideologisches Statement, sondern als vermeintlich wissenschaftlich begründete Notwendigkeit.… Weiterlesen ...
Ein Nachschlag zu: „Richterin Saleschs größter Fall“
Der Fall

In einer Folge des RTL‑„Familiengerichts“ wurde folgender Sachverhalt präsentiert:
Eine Frau beantragt, ihrem vermeintlichen Ehemann den Zutritt zur gemeinsamen Wohnung zu untersagen. Ihr Verdacht: Der Mann sei nicht ihr Ehemann, sondern dessen eineiiger Zwillingsbruder, der nach dem tödlichen Bergunfall des echten Ehemanns dessen Identität übernommen habe.… Weiterlesen ...
Es gibt Projekte, die nicht einfach scheitern, sondern etwas über ihre Urheber offenlegen. Das Metaverse gehört in diese Kategorie. Meta zieht die Notbremse – und plötzlich steht nicht nur ein technisches Experiment im Raum, sondern die Frage, wie ein Konzernlenker sich so fundamental in der Wirklichkeit (ver)irren konnte.
